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Gropiusbau Berlin: "Garten der irdischen Freuden"

Zum Glück musste ich diesmal nicht 3 Stunden Schlange stehen, um die Ausstellung "Garten der irdischen Freuden" sehen zu können, wie damals im Winter 2019, als ich die Gurlitt-Sammlung im Gropiusbau besuchen wollte.

Dreibeinhocker und Lesestoff für die Wartezeit hatte ich also umsonst im Gepäck :-)



Es erwartete mich eine Sammelausstellung von vorwiegend Installations-, Objekt- Video- und Konzeptkunst von Yayoi Kusama, John Cage und 18 mir bisher noch unbekannten internationalen zeitgenössischen KünstlerInnen.

Ausgehend von Hieronymus Boschs Gemälde "Garten der Lüste", welches die Sammlung eröffnete, entfalteten sich mir verschiedenste Aspekte des Gartenthemas, mit denen sie sich auseinandergesetzt hätten. Der Garten wurde gesehen als Naturabstraktion, Denkmuster, Paradies, Sinnlichkeitstempel, Utopische Fantasie,, Überlebensmittel, Produkt des sog. "Anthropozäns", Urban Gardening, Ausschlussort, Gentrifizierungsgegenstand, Sammelbecken kolonialer botanischer Trophäen, u.v.a.m.

Einige der dargestellten Konzepte fand ich ausgesprochen ansprechend und spannend. Andere erschienen mir persönlich etwas zu verkopft.

Einige Installationen hatten auch zum Ziel, intensive Naturerfahrung wachzurufen bzw. zu imitieren und sinnlich erfahrbar zu machen. Dies hat jedoch für mich als Outdoormenschen, der sich gerne den realen Elementen in ihren natürlichen Umgebungen aussetzt, indoor leider nicht so funktioniert.

Auf Laminat oder ausgestreutem Mulch, zwischen Neonlampen, Topfpflanzen, Fensterkreuzen, digitalen Bildschirmen, Kabeln und Geräuschen aus Lautsprechern fühlte ich mich eher veralbert oder befremdet, also gegenteilig bzw. paradox berührt. Die Art der (Nicht-)Beziehung einer Installation zu ihrer jeweiligen Umgebung ist für mich entscheidend für ihre Wirkung und Glaubwürdigkeit.

Kunst ist jedoch frei und immer eine beabsichtigte Abstraktion oder Transformation, und somit las ich diese Art von Werken eben als Kunstexperimente, die bei mir persönlich leider nicht auf (den gewünschten) Resonanzboden fielen.


Und wie sähe mein Garten der Lüste oder der irdischen Freuden aus?

"Leben ist das mit dem Glück und den Farben. Nicht das mit dem Ärger und dem Grau." (*) - Mein Garten wäre eine Spielwiese dafür . . . :-)




(*) anonym

Fotocredit: „Garten der irdischen Freuden“, Flyeransicht, Foto: I. Schurig,

mit freundlicher Genehmigung des Urhebers

                 

 

                                                                                            

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